Jedes Jahr feiert ganz Indien am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun (Februar/März) den Frühlingsanfang. Diese Frühlingsbegrüßung trägt den Namen „Holi“ und gehört zu den ältesten Traditionsfesten in Indien. An diesem zwei- bis fünftägigen Fest besprengt man sich mit gefärbten Wasser oder Pulver.

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Alle Frauen und Männer sind während des Festes gleichgestellt. Das Fest ist in Indien ein Feiertag, an dem alle frei haben. Ursprünglich ist das Holi-Fest ein Ernte- und Fruchtbarkeitsfest, ebenso wird auch der Sieg des Guten über das Böse gefeiert. Streitigkeiten werden heute überwunden und Freundschaften und Beziehungen erneuert. Mittlerweile ist das Holi-Fest auch in unseren Breitengraden bekannt und wird den ganzen Sommer über mit großen Outdoorpartys zelebriert.
Doch woher stammt die Tradition?

Die Holika-Prahlada-Legende

Die bekannteste hinduistische Sage, die das Holi-Fest begründet, handelt von König Hiranyakashipu, der seinen Sohn Prahlada für dessen unerschütterliche Treue zum Gott Vishnu ermorden lassen will. Für die grausame Tat engagiert der König seine Schwester Holika. Holika besitzt von jeher eine Superkraft, die sie immun gegen Feuer macht. Sie nimmt Prahlada kurzerhand auf ihre Arme und trägt ihn in ein großes, alles verschlingendes Feuer. Prahlada überlebt durch die Gnade und den Schutz seines Gottes Vishnu. Stattdessen verbrennt die Dämonin Holika zu Asche. Das Holi-Fest feiert somit den Sieg über die Dämonin Holika und ehrt den großen Gott Vishnu. In vielen Teilen Indiens wird zum Start des Holi-Festivals das traditionelle Feuer „Holika Dahan“ angezündet.

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Aber warum das Farbpulver?

Eine weitere Legende erzählt von der unsterblichen Liebe zwischen Lord Krishna und Radha, der Göttin der Hingabe. Der junge Krishna ist wütend darüber, dass seine eigene Hautfarbe so anders ist, als die seiner Geliebten. Als er sich darüber bei seiner Mutter Yashoda beschwert, rät sie ihm dazu die Haut seiner Radha doch einfach mit Farbe zu beschmieren. So könne er Radhas Teint in jede Farbe ändern, die er wolle. Krishna, der in seiner Jugend zu allen möglichen Streichen aufgelegt war, belässt es aber nicht dabei. Er erweitert das Spiel und warf buntes Pulver über alle Gopis (Kuhhirten). Somit ist keiner mehr „anders“ – alle sind bunt!

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Holi bei uns

Seit 2012 feiert die ganze westliche Welt das Holi-Fest. Meist in den Sommer- und Herbstmonaten. Dabei wird zwar nicht unbedingt der Frühlingsanfang gefeiert, dafür umso mehr das unbehelligte Zusammenfeiern verschiedener Nationen, die Diversität und den Frieden. Was bei uns am meisten an das indische Traditionsfest erinnert, ist das gegenseitige beschmeißen mit Farbpulvern. Daten und Tickets für alle Holifeste in Deutschland, findet ihr hier: www.holifestival.com

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