Das Taj Mahal ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Indiens, UNESCO Weltkulturerbe und Sehnsuchtsort eines jeden Indien-Besuchers.

Diese Berühmtheit des weißen, palastähnlichen Liebestempel bringt aber auch ihre negativen Seiten – in Form des Massentourismus. Sieben bis acht Millionen Touristen besuchen das Taj Mahal jedes Jahr, Tendenz steigend. Ein Großteil der Touristen sind dabei Inder. Besonders bei frisch verheirateten Paaren ist das Taj Mahal ein beliebtes Ziel für die Flitterwochen. Aber auch ca. eine Million internationale Touristen besichtigen die Anlage, die aus einem Mausoleum aus Ziegelsteinen und weißen Marmor sowie einer großen Parkanlage besteht, jedes Jahr.

Bei dieser Anzahl an Touristen ist es nicht verwunderlich, dass die Verwaltung des Taj Mahal, die Archaeological Survey of India versucht, die Touristenmassen einzudämmen und besser auf den Tag aufzuteilen. Auf diese Art soll das Besuchserlebnis verbessert werden. 2018 wurde die Besuchsdauer pro Person und Tag auf drei Stunden eingeschränkt – man darf sich nun also maximal drei Stunden in der weitläufigen Parkanlage aufhalten. Nun soll das Taj Mahal auch nachts öffnen. Momentan ist das Mausoleum jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, sowie auch in fünf regulären Nächten pro Monat und in den Vollmondnächten. In den geöffneten Nächten sind aber jeweils nur 400 Besucher erlaubt. Diese Regelung soll nun erweitert werden: Es wird längere Öffnungszeiten allgemein geben, möglicherweise wird aber auch das Limit von 400 Besuchern pro Nacht erhöht oder ganz aufgehoben.

Das Taj Mahal ist, anders als oft angenommen, kein Palast sondern ein Mausoleum. Der Großmogul von Indien, Shah Jahan, baute es im frühen 17. Jahrhundert nach dem Tod seiner zweiten Frau Mumtaz Mahal als Grabmal und Zeichen seiner Liebe. Mumtaz Mahal war zu ihren Lebzeiten als eine außerordentliche Schönheit bekannt, die sich für die Armen und Rechtelosen einsetzte. Sie starb nach 19 Jahren Ehe bei der Geburt ihres 14. Kindes. Auch Shah Jahan ist im Taj Mahal begraben.