Seit 2015 ist der Bundesstaat Sikkim der erste indische Staat, der seine Landwirtschaft auf rein organischer Basis betreibt. Ebenfalls 2015 gab Rajasthan seine Pläne bekannt, von nun an auf chemische Düngemittel zu verzichten und verstärkt auf den Anbau von Hülsenfrüchten zu setzen. Diese sollen dem großen Mangel an Proteinquellen in der Ernährung ärmerer Inder entgegensteuern. Diese Entwicklungen zielen unter anderem darauf ab, die Lebensmittelproduktion auf natürliche Weise zu steigern, denn die Landwirtschaft in Indien hat unter der Mechanisierung und dem massiven Einsatz von Pestiziden stark gelitten. Aufgrund der intensiven Nutzung ist die Fruchtbarkeit der Böden stark zurück gegangen, ebenso der Grundwasserspiegel.

Diesen Trends soll jetzt auch ein neues Programm in Goa entgegensteuern. Unter dem Titel „Unterstützung für die Verwendung organischer Zufuhr durch den Landwirt“ sollen in erster Linie Kleinbauern gefördert werden. Das bedeutet, dass bei einer Grundgröße zwischen 0,1 und 2 Hektar die Bauern eine Förderung von bis zu 20.000 Rupien (274 Euro) erhalten. Diese Maßnahme ist eine ganz neue Herangehensweise, da bisher in erster Linie Großbauern gefördert wurden. Von der halben Milliarde Menschen, die in Indien in der Landwirtschaft tätig sind, sind jedoch die meisten Kleinbauern und Selbstversorger; dieses System wird durch die neue Förderung nun unterstützt.

Zusätzlich wird durch die Konzentration auf organische Lebensmittel auch ein neuer Exportmarkt eröffnet, von dem die indische Wirtschaft profitieren dürfte. Die Nachfrage nach organisch produzierten Lebensmitteln steigt in Europa und den USA stetig. Es besteht also die Hoffnung, dass weitere Bundesstaaten dem guten Beispiel der drei westindischen Vorreiter folgen und so die Wirtschaft, die Umwelt und die Menschen unterstützen.