Nach schweren Zugunglücken am vergangenen Samstag mit 39 Toten und vor zwei Monaten mit fast 150 Opfern hat die indische Regierung nun angekündigt, die maroden Züge ersetzen zu wollen. Nicht wenige der Waggons sind seit der Kolonialzeit nicht mehr modernisiert worden, weswegen sie den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen.

In Indien, wo der Zug das wichtigste Fernverkehrsmittel ist, ist dies eine Katastrophe: ca. 15.000 Menschen sterben dort jährlich durch Entgleisungen und Zugunglücke anderer Art. Nicht nur die Züge selbst, die gesamte Infrastruktur hat eine Generalüberholung dringend nötig, da auch die Schienen und Signalanlagen häufig versagen.

Bereits als die Regierung um Premierminister Narendra Modi ihre Amtszeit angetreten hatte, wurden Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar in das Bahnsystem versprochen, doch viel ist seitdem noch nicht passiert. Nun will die staatlich geführte Bahngesellschaft die deutsche Tochter des Alstom-Konzerns, LHB, mit dem Bau neuer Züge beauftragen. Diese mit modernster Sicherheitstechnik ausgestatteten Züge sollen ab nächstem Jahr durch Indien rollen. Schon jetzt kündigen sich Folgekosten an, da die Lokführer für diese neuen Techniken erst nachgeschult werden müssen.