Die indische Hauptstadt Neu-Delhi zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten der Erde. Im Großraum Delhi, zu dem auch Neu-Delhi gehört, leben etwa 29 Millionen Menschen.

Schon jetzt ist Neu-Delhi mit den angrenzenden Gebieten die zweit bevölkerungsreichste Region nach Tokio. Während Tokio nach aktuellen Prognosen schrumpft, gehen sie in Delhi von einem weiteren Wachstum aus.
Demnach könnten städtische Regionen in Indien bis 2050 um weitere 400 Millionen Menschen anwachsen. Das wäre die größte Stadt-Migration, die es je innerhalb von 32 Jahren gab. Bereits 2028 könnte Delhi zur größten Metropole der Erde werden. Dort können so viele Menschen leben, wie in keiner Region sonst auf der Welt.

Satelliten haben die schnell wachsende Metropole Delhi aufgenommen. Im Vergleich stehen die Bilder zweier Satelliten, eine ältere Aufnahme aus dem Jahr 1989 und eine aktuelle Aufnahme von Juni dieses Jahrs.
Auf den Aufnahmen ist ersichtlich, dass das Wachstum größtenteils von Neu-Delhi ausgeht. Die Fläche der Metropolregion hat sich von 1991 bis 2011 fast verdoppelt. Auch die umliegenden Städte, Bahadurgarh, Ghaziabad, Noida, Faridabad und Gurugram sind angewachsen.

Typisch für die Urbanisierung ist der Grund für das Wachstum Neu-Delhis. Die Stadt hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Indien. Die Menschen ziehen in die Stadt, um dort zu arbeiten.
Doch auch die negativen Faktoren steigen somit an. Die Luftqualität sinkt, der Verkehr ballt sich, die Lufttemperaturen steigen durch das enge Zusammenleben an. Dicht besiedelte Gegenden Delhis sind bereits jetzt im Winter sieben bis neun Grad wärmer als dünn besiedelte Vergleichsregionen.

Indien ist aber nur einer von vielen Staaten mit schnell wachsenden Städten. Bis 2050 sollen auch die urbanen Gegenden in China um 250 Millionen Menschen wachsen. In Nigeria gehen Schätzungen von 190 Millionen zusätzlichen Bewohnern großer Metropolen aus. Laut Prognosen werden Indien, China und Nigeria zwischen 2018 und 2050 zu 35 Prozent des weltweiten Bevölkerungswachstums in großen Metropolen beitragen.