Beim Betrachten des Films Maatr durchlebt man die verschiedensten Emotionen von Unbehagen über Angst, Empörung, dann wieder Zufriedenheit oder völlige Emotionslosigkeit.

Maatr, was auf Deutsch „Mutter“ bedeutet, ist ein Rache-Thriller, der sich mit der Thematik der zunehmenden Anzahl von Vergewaltigungen in Indien beschäftigt. Der Film ist gleichzeitig die Rückkehr eines der Top-Stars der 90er Jahre, Raveena Tandon, die zuletzt in einem Cameo-Auftritt in Bombay Velvet gesehen wurde. Ashtar Sayed führte Regie, und Stars wie Madhur Mittal, Divya Jagdale, Shailender Goyal, Anurag Arora, Saheem Khan und Rushad Rana sind mit von der Partie.

Der Film handelt davon, dass sich Vidyas (Raveena Tandon) Leben um 180 Grad wendet, als sie und ihre Tochter Tia (Alisha Khan) entführt und vom Sohn des Ministerpräsidenten, Apurva Malik (Madhur Mittal), seinem Onkel und fünf seiner Freunde vergewaltigt werden. Nach dem Tod ihrer Tochter, wird sie von ihrem Mann verlassen und ist einer ungerechten Gerichtsverhandlung ausgesetzt. Sie beschließt also, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und entscheidet sich Rache für das Geschehende auszuüben. Ob das gelingt oder nicht … sieht man in der weiteren Handlung des Films.

Die ersten zehn Minuten des Films sind unfassbar beunruhigend. Das Stärkste am Film sind die schauspielerischen Leistungen. Raveena Tandon, die nach 11 Jahren nun wieder als Hauptfigur auf der Leinwand zu sehen ist, brilliert ihn der Rolle einer trauernden, verletzlichen, gebrochenen Mutter. Sie hat in den vergangenen Jahren in Filmen wie Daman (für die sie den National Award gewonnen hat), Satta usw. schon einige harte Rollen gespielt.

Ein Film funktioniert gut, wenn man einen starken Helden, einem ebenso starken, wenn nicht sogar stärkeren Schurken gegenüberstellt. Madhur Mittal als abscheulicher Apurva Malik, sorgt dafür, dass man bis zum allerletzten Moment nichts als reinen Hass für seinen Charakter übrig hat.

Divya Jagdale als Ritu (Vidyas Freund) und Anurag Arora als Inspektor Jayant Shroff spielen ebenfalls erstklassig.

Der Film hat auch einige Haken in der Bearbeitung, aber er ist so mitreißend, dass man einfach mit Raveenas Charakter in ihrer Mission mitfühlen muss. Trotz seiner Mängel und einer etwas unebenen Handlung, sollte man den Film für die überzeugenden, einschlagenden Performances schauen. Und für die Tatsache, dass er eine Welt schafft, in der die Gerechtigkeit auf irgendeine Weise siegt.