„In Indien habe ich Menschen getroffen, deren Glauben an Jahrtausende lange Traditionen anknüpft und die anderen Religionen gegenüber vollkommen offen waren. Davon habe ich mich – wieder zu Hause – selbst inspirieren lassen”, erzählt Dorian und erinnert sich an seine erste Indienreise vor 10 Jahren zurück. Damals führte ihn sein Weg zu Amma. Eigentlich heißt sie Mata Amritanandamayi, kurz Amma (Mama in Hindi), und stammt aus dem Süden Indiens. Die Guru ist weltweit berühmt für ihren “Darshan”, eine Umarmung, die sie auf weltweiten Tourneen stundenlang ausführt.

Indische Mutter Theresa

Amma ist aber nicht nur eine Kuschel-Guru, sondern ebenfalls ein multinationaler Konzern. Unter dem Namen Embracing the World (ETW) sammelt Amma Gelder und stiftet Krankenhäuser, Schulen, Fortbildungen und NGOs – ihr Netzwerk ist über das ganze Land verstreut. In Europa sind die jungen Fans der Guru Mitglieder bei AYUDH, eine der zahlreichen Filialen des spirituellen Imperiums. Der Ableger zählt Mitglieder zwischen 15 und 30 Jahren. Die Vereinsstrukturen, auch wenn sie sich spirituell auf Ammas Lebenswerk berufen, organisieren unabhängig von der Guru humanitäre Aktivitäten.

Fokus auf den europäischen Markt

Margot ist 20 Jahre alt und Studentin der Politikwissenschaften in Lyon. Sie ist seit zwei Jahren Freiwillige für das europäische Gipfeltreffen von AYUDH. Zusammen mit zwei Freundinnen übersetzen sie simultan die Gespräche der Veranstaltungsgäste. „Seit meiner ersten Teilnahme war ich total von den Socken. Es gibt körperliche Aktivitäten, Rollenspiele, Übungen für das Selbstvertrauen und das Vertrauen zu Anderen. Das hat mich mitgerissen”, beschreibt sie begeistert. Besonders gefalle ihr auch die europäische Seite: „Ich finde das europäische Projekt in Bezug auf den Austausch von Personen besonders wichtig. Dank des Gipfels treffe ich Menschen, die ich nie hätte woanders treffen können. In unserem Alter sind Vorurteile schnell am Start, aber hier werden wir uns ziemlich schnell darüber bewusst, dass wir die gleichen Werte haben”, erfreut sie sich. Seit sie Mitglied bei AYUDH ist, hat Margot Freunde auf dem ganzen Kontinent – von Gibraltar bis Schweden, bei denen sie während ihrer Reisen auch übernachten kann.