In Indien sind E-zigaretten künftig komplett verboten. Sowohl die Herstellung, als auch der In- und Export des Produktes ist Verboten worden. Neben Verkauf und Import sind auch die Werbung für E-Zigaretten und selbst die Lagerhaltung von E-Zigaretten von nun an illegal. Wer gegen das Verbot verstößt, muss künftig mit einer Buße von umgerechnet rund 1271 Euro oder bis zu einem Jahr Gefängnisstrafe rechnen. Wer mehrfach gegen das Verbot verstößt, kann mit einer Geldstrafe von rund 6351 Euro und bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen.

Das Indische Kabinett hat das Verbot erlassen, weil E-Zigaretten besonders für junge Menschen zunehmend ein Gesundheitsrisiko darstellen. In Indien sterben jedes Jahr mehr als 900.000 Menschen an durch Tabakkonsum verursachten Krankheiten.

Außerdem hatten viele Bauernvereinigungen sich für das Verbot eingesetzt. Indien ist weltweit einer der größten Tabakproduzenten. Jährlich werden in Indien mehr als 82 Milliarden Zigaretten hergestellt. Obendrein wird Tabak gekaut. Somit hat das Land die zweitgrößte Anzahl an Rauchern, nämlich 106 Milliarden.

Indien stellt selbst keine E-Zigaretten her. Das Produkt gilt wegen ihres vergleichsweise hohen Preises als Luxusprodukt. Der indische medizinische Forschungsrat hatte schon länger vor den Suchtgefahren der E-Zigaretten gewarnt.

Eigentlich wurden E-Zigaretten und andere „Vaping-Geräte“ ursprünglich entwickelt, um Zigarettenrauchern dabei zu helfen ihrer Sucht zu entkommen, indem sie die Möglichkeit bieten, ihre Nikotinsucht zu befriedigen, ohne die Giftstoffe einzuatmen, die beim Verbrennen von Tabak entstehen.

Das Verbot hat auch eine politische Dimension. Die Tabakbauern hatten sich vermehrt für das Verbot der E-zigaretten ausgesprochen, weil sie von ausländischen Konzernen hergestellt werden und diese keinen indischen Tabak in ihren Produkten verwenden.