Die Architektur und Farbenpracht des Hawa Mahal in Jaipur, der Blick vom Mehrangarh-Fort auf die blauen Häuser Jodhpurs oder die Atmosphäre am heiligen See in Pushkar – nirgendwo zeigt sich Indien so farbenfroh und märchenhaft wie in Rajasthan, einem Bundesstaat im Norden des Landes. Ein besonderes Highlight ist die Stadt Jaisalmer im Westen Rajasthans. Die historische Stadt wurde 1156 gegründet, liegt mitten in der Wüste Thar und diente früher den Karawanen, die Handel zwischen Indien und angrenzenden Ländern betrieben, als Zwischenstopp. Sie wird auch als goldene Stadt bezeichnet, da die Häuser aus goldgelbem Sandstein bestehen und im Abendlicht besonders schön leuchten.

Jaisalmer Fort - Photo:Daniel Villafruela [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Jaisalmer Fort – Photo:Daniel Villafruela [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Das Stadtbild Jaisalmers wird von einer mittelalterlichen, mauerumgebenen Festungsanlage  – dem Jaisalmer Fort – dominiert und  befindet sich im Gegensatz zur Unterstadt Jaisalmers auf einem Hügel. Das Fort wurde im Jahr 2013 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt und ist auch Namensgeber für die Stadt: Jaisalmer bedeutet übersetzt „Hügelfort des Jaisal“ und geht auf den Gründer, den Rajputenkönig Maharawal Jaisal Singh, zurück. In der alten Festung leben noch heute ca. 3000 Familien. Besonders märchenhaft ist der in der Festung gelegene historische Stadtkern mit seinen verwinkelnden Gassen, in denen sich heilige Kühe und kleine Schweine tummeln. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt stößt man auf mehrere Jain Tempel, die von außen recht unscheinbar wirken. Im Inneren der Tempel findet man aber wahre Kunstwerke an filigranen Holzschnitzereien vor.

Haveli - Photo:Nomad Tales from Australia [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Haveli – Photo:Nomad Tales from Australia [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Auch viele Havelis – palastartige Wohnhäuser mit kunstvoller Fassade aus dem frühen 19. Jahrhundert, die von reichen Kaufleuten erbaut wurden – prägen das Bild Jaisalmers. Sie sind ein Relikt aus einer opulenten Zeit: Da Jaisalmer auf der Seidenstraße zwischen Indien und Vorderasien liegt, konnten hier viele Händler großen Reichtum erwerben – oft mit dem Handel von Opium. Einige Havelis sind heute Museen und können besichtigt werden.

 

Eine weitere Attraktion ist der etwas ausserhalb gelegene Gadisar Lake ein künstlicher See, der von Maharaja Gadsi im 14. Jahrhundert angelegt wurde. Der See diente früher als Hauptquelle für die Trinkwasserversorgung von Jaisalmer. Der See hat mit den angrenzenden kleinen Tempeln, Schreinen und unzähligen Wasservögeln eine ganz besondere Atmosphäre. Von hier aus bietet sich während den ersten Sonnenstrahlen des Tages ein wunderschöner Blick auf das Jaisalmer Fort.

Gadisar Lake - Photo: Subham jain22 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Gadisar Lake – Photo: Subham jain22 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Wer also eine Indienreise plant, der sollte unbedingt diese besondere Stadt erkunden und einen Trip in die angrenzende Wüste unternehmen – am Besten auf dem Rücken eines  Kamels.