Der definitive Höhepunkt eines jeden Filmes mit Salman Khan ist, wenn er seinen muskelbepackten Oberkörper entblößt. Und zahlreiche junge Männer stemmen fleißig Gewichte in der Hoffnung, auch einmal so auszusehen. Rasend schnell verbreitete sich dann Ende September ein Video, das behauptet, der Sixpack sei nur eine animierte Fälschung. Gerüchten zufolge stammt es von dem Unternehmen Tata Elxsi, das den Schönheitsmakel der oberkörperfreien Szene in ‚Ek Tha Tiger‘ korrigierte. Anscheinend brachte ein verärgerter, vor kurzem entlassener Mitarbeiter das Video in Umlauf.

Nachforschungen bestätigen, dass Salman sich virtuell unter das Messer gelegt hat. Ein Mitarbeiter von Tata Elxsi, der namentlich nicht genannt werden möchte, verriet dem Mirror: „Salman war entsetzt, dass der Regisseur Kabir Khan diese Szene bearbeiten ließ. Er rief sogleich seinen Produzenten an und erklärte, dass er nicht seine Fans enttäuschen möchte und ihm dies nur Schwierigkeiten einhandelt.“

In dem Video heißt es: „Eine Szene zeigt eindeutig, dass der Sixpack nachträglich bearbeitet wurde. Zwar hat Salman einen flachen Bauch, aber die Muskeln stehen nicht kantig genug hervor. Ein intensives Training zum Muskelaufbau ist für Salman gesundheitlich nicht zu verantworten. Diese Enthüllung forciert natürlich Zweifel, was heutzutage überhaupt noch auf der Leinwand echt ist.“

Merzin Tavaria, Regisseur für visuelle Effekte, hat sich auf computeranimierte Spezialeffekte spezialisiert. Er betont, dass viele Bollywood-Filme eben von Superhelden und deren todesmutigen Stunts handeln. Früher wurde diese Technik ausschließlich in Hollywood verwendet, doch nun hält sie auch in der Bollywood-Produktion Einzug. Einer seiner Kollegen ergänzt: „Viele Schauspieler unterschreiben die Verträge ohne überhaupt einen Blick in das Script zu werfen. Ihnen geht es nur um die waghalsigen Actionszenen, wie SRK in RA. Im Mittelpunkt stehen nun mal die Actionszenen und nicht die Handlung. Und wenn der Held im Fokus steht, dann ist es immens wichtig, dass er auch gut aussieht.“

Ketan Mehta, Eigentümer der Maya Digital Studio, hatte noch nie zuvor so viele Aufträge: „Heute können wir alles machen. Wir können Falten entfernen, Augenringe, Hautprobleme. Wir können einen dicken Mann dünn zaubern und andersrum. Wissen Sie, dass die Kleidung, welche SRK in RA trägt, gar nicht die ist, in der er gedreht hat? Die war um einiges unattraktiver,“ so Mehta. Ein höherer Angestellter von SRKs Red Chillies Studio, der auch anonym bleiben möchte, klärt auf: „Wir haben uns auf visuelle Effekte spezialisiert. Im Grafikdesign arbeiten wir eigentlich gar nicht.“

Und es gibt weitere Fälle: Während dem Dreh von ‚Bis dass das Glück uns scheidet‘ hatte Rani Mukerji von der Kälte ein rotes Gesicht. Nach der Retusche ist ihr Teint nun makellos. In ‚Die Hochzeitsplaner‘ ist Anuska Saxenas Gesichtshaut perfektioniert und auch ‚Singham Returns‘ ist visuell nachbearbeitet: Die Sonne hinter Ajay Devgn wurde nachträglich eingefügt.