Heute vor genau 67 Jahren legte Indien durch das Inkrafttreten seiner Verfassung die Grundlage für seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien. Um dieses geschichtsträchtige Ereignis zu würdigen, wird in Indien heute bereits zum 68 Mal der Republic Day gefeiert. Indien wurde zwar bereits am 15. August 1947 für unabhängig erklärt, die bis heute geltende Verfassung trat allerdings erst drei Jahre später, am 26. Januar 1950 in Kraft. Seither ist dieser Tag einer von drei wichtigen Nationalfeiertagen in Indien.

Um diesen Anlass gebührend zu feiern, wurden heute in zahlreichen indischen Großstädten Militärparaden und anderweitige Festlichkeiten abgehalten. Die größte Parade konnte man allerdings in Neu Dehli bestaunen, die dieses Jahr wegen Terrorgefahr unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Neben einer traditionellen Militärzeremonie aus Fußsoldaten, sowie einer Blaskapelle, präsentierten sich auch zahlreiche andere Künstler, die die am Straßenrand jubelnden Zuschauer mit Musik und Tanz unterhielten. Besonderes Highlight war auch dieses Jahr wieder die hoch oben über den Köpfen der Menschen abgehaltene Kür der Air Force, die die Farben der indischen Nationalflagge an den Himmel zauberten.

Als Ehrengast ist dieses Jahr der Kronprinz von Abu Dhabi Sheik Mohamed bin Zayed Al Nahyan geladen, ein Posten, der in den vergangenen Jahren bereits von anderen Staatsoberhäuptern wie dem ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama oder dem französischen Staatschef Francois Hollande ausgefüllt wurde.

Letztlich wurde der Republic Day genutzt, um spezielle Leistungen von indischen Staatsbürgern zu würdigen. Zu diesem Zweck übergab Präsident Pranab Mukherjee unter anderem Tapferkeitsmedallien an Offiziere und Soldaten, die bei Kämpfen in der Region Kashmir täglich ihr Leben aufs Spiel setzen. Am Abend wandte sich Präsident Pranab Mukherjee in einer Fernsehansprache dann an sein Volk, lobte Indiens Pluralismus und die Vielfalt der indischen Kultur, rief im gleichen Atemzug aber auch zu mehr Toleranz auf. Um eine Demokratie am Leben zu erhalten, erklärte er, bedürfe es Weisheit und Scharfsinnigkeit und obwohl die indische Demokratie relativ stabil sei, müsse man tagtäglich an ihr arbeiten, denn was Indien brauche sei nicht weniger, sondern noch viel mehr Demokratie.