„Error Six in India“ von Herbert Schoppmann

ERROR SIX ist so weit vom Mainstream entfernt wie Südafrika von Zentralwestfalen. Dabei sind die Altmeister der Band schräg genug, dass es zum Massenerfolg reichen müsste. Womöglich sollten sie einfach öfter auftreten, damit die Welt von ihnen erfährt. Lohmann, Pröbsting, Robert und der Lange beschließen: Wenn schon, dann einmal richtig! Raus aus Westkirchen und NRW und für den Gig ihres Lebens einmal nach Indien! Sie machen Nägel mit Köpfen und informieren ihre Ehefrauen erst, als alles in trockenen Tüchern ist. Bereits bei der Landung in Indien kommen erste Zweifel an ihrer Unternehmung auf: Gibt es überhaupt überall Strom für ihre Mukke? Immerhin scheint das Land im Umbruch: An allen Ästen sägen die Agitatoren der Konsumgesellschaft, weil sie dieses Land und die ganze Welt vor allem als Markt sehen. All das schoss Robert durch den Kopf, als er in diesem kleinen Raum stand, dessen Luft von Räucherstäbchen geschwängert war.
Klamottentechnisch haben sie sich schon mal schwer verkalkuliert, denn dort, wo sie untergebracht werden, gibt es weder Klopapier noch Waschmaschine. Und westfälische Holzschuhe erweisen sich als unpraktisch. West meets East. Die Gläubigen reichten erste Opfergaben und legten sie auf die Ladefläche. Amit nahm sie huldvoll entgegen. War das die Geburtsstunde einer neuen Sekte? Als ERROR SIX durch Amits Ankündigungsplakate mit einer Sex-Show verwechselt werden, droht der ganze Trip – aber nicht nur deswegen – zu eskalieren.
Ein fantastisches Lesevergnügen für alle, die in der Kunst das Wahre suchen, gespickt mit viel Information über ein starkes Land im Aufbruch. Kulturclash at its best!

„Error Six in India“ ist am 10. Dezember 2016 beim Chiliverlag erschienen.

Herbert Schoppmann. © Chiliverlag

 

„Epilog mit Enten“ von Sabine Friedrich

Die Geschichte einer großen, unmöglichen Liebe

»Berlin, 1976: ein Jahrhundertsommer. Ich war achtzehn, eine Schülerin aus dem Westen, du fünfundzwanzig, ein kleiner Dealer. Es begann, wie solche Lieben eben beginnen, besessen, verrückt, als ein großer Rausch.« Fast vierzig Jahre später blickt sie zurück: auf die Reisen auf dem Hippie Trail durch Indien und Afghanistan, auf Versöhnungen, Trennungen, die Ehe in Norwegen, die Geburt der Tochter. Sie verlieren einander aus den Augen, doch dann erkrankt er an Krebs. Und sie versuchen ein letztes Mal, ihre gemeinsame Geschichte zu einem guten Ende zu führen.

„Epilog mit Enten“ ist am 9. Dezember 2016 beim dtv Verlag erschienen.

© dtv Verlag