Bei der WM der Frauen zogen die deutschen Spielerinnen jüngst ins Achtelfinale ein, die Amerikanerinnen hatten zuvor mit ihrem 13:0 Kantersieg gegen Thailand ohnehin bereits ihre Titelambitionen untermauert. Deutschland und die USA – zwei Vorreiternationen in Sachen Frauenfußball, der weibliche Kick ist in 2019 so populär wie nie. Dennoch ist man von Gleichberechtigung und Vorurteilsfreiheit noch ein ganzes Stück entfernt.

In Indien wiederum steckt das überholte Frauenbild nicht nur in Berufsmachos, sondern tief in den Köpfen der breiten Gesellschaft. Ehefrau und Mutter, das sind die einzigen Rollen, welche das weibliche Geschlecht einzunehmen hat. Der ohnehin recht unpopuläre Fußball in Indien, gespielt von Frauen? Für einen Großteil der Inder eine denkbar abwegige Vorstellung.

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Mamta Prajapati ist da anderer Meinung. Die 16-Jährige wohnt in den Slums von Mumbai und spielt für ihr Leben gern Fußball. Doch nicht nur ihre Mutter ist skeptisch, vor allem ihr Vater ist von dem Traum seiner Tochter alles andere als angetan. Für ihn ist vor allem wichtig, was die anderen Leute von seiner Familie denken. Mamta mit ihrer modischen Kurzhaarfrisur und der Vorliebe für Ballsport fällt so gänzlich aus dem klassischem Rollenverständnis.

Von den Einwänden irres Vaters lässt sich die Jugendliche jedoch nicht beirren. Zusammen mit anderen Mädchen ihres Alters, die ebenfalls aus den Slums stammen, trainiert sie regelmäßig in einer Fußballmannschaft. Ins Leben gerufen wurde diese von der OSCAR-Foundation, die sich dafür einsetzt, dass Slum-Kinder Zugang zu Bildung und Freizeit bekommen. Die einzige Bedingung für die Jugendlichen, am Training teilzunehmen: Sie müssen regelmäßig die Schule besuchen.

Mamta ist dankbar für die Chance und mit Feuereifer dabei, ihren Traum zu verwirklichen. Eines hat sie durch die Auseinandersetzungen mit ihren konservativen Eltern gelernt: „Wir dürfen bloß nicht darauf hören, was die anderen sagen, sonst werden unsere Träume nie wahr.“