Am 6. September versuchte Indien als fünftes Land der Welt (nach der Sowjetunion, den USA, China, und dem erfolglosen Israel) eine Mondlandung. Die Sonde Chandrayaan-2 sollte den Südpol des Mondes erkunden.  Bisherige landeten sämtliche Missionen nur auf der nördlichen Mondhemisphäre. Die Chandrayaan-2 Sonde besteht aus drei technischen Bestandteilen: dem Orbiter, der den Mond nur umkreisen soll, sowie dem Landemodul Vikram und dem Rover Pragyaan, die auf dem Mond landen sollten.

Das Landemodul Vikram verlor in einer Höhe von 2,1km den Funkkontakt zur indischen Zentrale und stürzte ab. Inzwischen konnten das Landemodul und der Rover gefunden werden. Mithilfe des Rovers sollte die Sonde eigentlich herausfinden, ob es – wie vermutet – tatsächlich Eisvorkommen auf dem Mondsüdpol gibt. Dieser Teil der Mission Chandrayaan-2 ist nun gescheitert. Der Orbiter umkreist den Mond aber weiterhin in einer Höhe von ca. 100km und wird unter anderem Bilder von der Mondoberfläche machen und diese über Funk an die indische Raumfahrtbehörde ISRO (Indian Space Research Organisation) senden. Der Orbiter wird den Mond ungefähr sieben Jahre lang umkreisen. Insofern wird die Mission als Teilerfolg gewertet.

Chandrayaan stammt aus dem Hindi und bedeutet Mondfahrzeug. Gestartet wurde die Mission zum Mond 2011, damals noch in Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Nach dem Scheitern einer russischen Mondlandung löste die Raumfahrtbehörde ISRO die Kooperation auf und setzte die Mission, mit Verspätung, alleine fort. Dabei ist Chandrayaan-2 schon die zweite Sonde, die Indien zum Mond schickt. Die erste Chandrayaan Sonde, welche den Mond ohne Landung umkreisen sollte, scheiterte 2008 aufgrund technischer Probleme. Auf den Mars dagegen landete die ISRO schon; die erste bemannte Weltraummission soll 2022 starten.