Obwohl Indien intuitiv nur selten mit Fußball in Verbindung gebracht wird, hat der Sport dort eine lange Tradition: die beiden ältesten Fußballclubs des Landes, Mohammedan Sporting und Mohun Bagan, wurden nur 30 Jahre nach dem ältesten Club der Welt, dem Sheffield FC, gegründet. Nach Cricket ist Fußball der zweitbeliebteste Sport des Landes. Also wird es höchste Zeit, dass Indien sein erstes großes Turnier ausrichtet: vom 6. bis zum 28. Oktober findet dort die FIFA U17-Weltmeisterschaft statt.

Mit dem Turnier will die All India Football Federation (AIFF) die Begeisterung für Fußball gerade bei jungen Leuten noch stärker fördern. Nicolai Adam, der deutsche Trainer des indischen Jugend-Nationalteams, hofft dass die Meisterschaft „ein Katalyst für das Wachstum des Fußballs in Indien“ sein wird. „Nach der Weltmeisterschaft wollen wir den Fußball zu 11 Millionen Kindern bringen. Ab einem sehr jungen Alter und bei null beginnend werden die Kinder in Jugendligen etwas über Fußball lernen. Diese werden wir gründen, da es noch nirgends welche gibt. Ich hoffe Indien ergreift diese Gelegenheit und dass jeder mit daran arbeitet, ein großartiges Ereignis daraus zu machen und die Zukunft des Fußballs in Indien zu sichern. Das Potential und das Interesse sind definitiv da, und die Freude auf die U17-Weltmeisterschaft ist riesig.“

Adams Mannschaft ist derzeit auf einem stetigen Kurs der Verbesserung. 2016 spielte sie in der asiatischen U16-Meisterschaft und im BRICS U17 Football Cup, wo sie zwar kein Spiel für sich entscheiden konnte, aber sich doch behaupten konnte gegen so erfahrene Mannschaften wie Brasilien (3:1) und Russland (1:0). Dennoch ist die AIFF noch immer auf der Suche nach Talenten für das Turnier im Oktober. Zu den langfristigen Zielen der AIFF sagt Adam: „Mein Präsident ist ein Mann mit Visionen. Er hat es sich bereits in den Kopf gesetzt, dass Indien irgendwann in Zukunft Gastgeber der FIFA U20-Weltmeisterschaft sein soll und dann sogar der Weltmeisterschaft. Das ist natürlich Zukunftsmusik, aber die Arbeit, die ich hier mache, soll dieses Feuer entfachen.“