Made in India – das liest man immer häufiger auf den unterschiedlichsten Produkten und bei weitem nicht mehr allein auf den Etiketten von Discounter-Kleidung. Die Textilindustrie galt lange Zeit als umsatzträchtigste Exportbranche Indiens. Schritt für Schritt mischen sich aber auch andere Produkte dazwischen, immer häufiger handelt es sich dabei um Fairtrade.

 

Fairtrade ist ein alternativer Ansatz zum konventionellen Handel und zeichnet sich besonders durch partnerschaftliche Beziehungen aus: zwischen Händlern und Erzeugern, Unternehmen und Konsumenten. Den Erzeugern wird bei diesem kontrollierten Handel ein bestimmter Mindestpreis gezahlt, den sie auch in wirtschaftlich schwächeren Zeiten erhalten. Dieses stabile Einkommen, unabhängig vom momentanen Marktpreis des Produktes, erlaubt es Familien längerfristige Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel ihre Kinder zur Schule zu schicken oder Reparaturarbeiten in Angriff zu nehmen. Für Konsumenten stellt Fairtrade eine einmalige Möglichkeit dar, ohne Einschränkungen im eigenen Lebensstandard, Armut zu bekämpfen und Nachhaltigkeit zu fördern.

By ILRI (Ploughing with cattle in West Bengal) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Jeder profitiert von Fairtrade – richtig?

Ohne lange nachdenken zu müssen, fallen einem auf der Stelle zahlreiche Vorteile von Fairtrade ein. Die Erzeuger genießen neben den stabilen Preisen nämlich auch eine Fairtrade Prämie, welche zusätzlich zum vereinbarten Produktpreis ausgezahlt wird. Sie beschließen dann demokratisch, wofür diese eingesetzt werden könnte und entscheiden sich meistens dafür, in Bildung, Gesundheitsvorsorge oder neue landwirtschaftliche Geräte zu investieren. Auch Unternehmen profitieren davon, Teil eines großen, internationalen Netzwerks zu sein. Gleichzeitig stellen sie durch Fairtrade einen positiven Einfluss für die Menschen am Anfang und Ende der Lieferkette sicher. Konsumenten müssen sich beim Einkaufen keine Sorgen mehr machen, ob Produkte vielleicht gegen ihre eigenen Wertvorstellungen verstoßen. Stattdessen können sie aus einer wachsenden Auswahl einwandfreier Produkte wählen und dabei noch das Gefühl genießen, den Erzeugern etwas Gutes zu tun. Und nicht nur ihnen: auch die Umwelt profitiert von Fairtrade. Chemische Pflanzendünger oder Unkrautvernichter dürfen nur in Ausnahmen eingesetzt, genmanipulierte Produkte, beispielsweise in Form von Saatgut, weder genutzt noch verkauft werden.

Gegenstimmen gibt es immer, sei es gegen die höheren Preise als bei normalen Produkten oder den anderen Geschmack. Ob dieser tatsächlich besser oder schlechter ist, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Auch die Lebensmittelkilometer sind ein oft geäußerter Kritikpunkt, was bedeutet, dass keine regionalen Produkte verkauft werden. Zusätzlich ist die Zertifizierung mit dem Fairtrade-Siegel vergleichsweise teuer, was unter anderem direkt auf den Produktpreis umgelegt wird.

Fairtrade India

Schlussendlich entscheidet jeder selbst, ob und in welchem Maße er Fairtrade unterstützen möchte. Für Indien hat sich die Entscheidung dafür jedenfalls gelohnt, denn sowohl die Exporte, als auch der Verkauf im eigenen Land florieren. Das war nicht immer so, erinnert sich Abhishek Jani, CEO von Fairtrade India.

Offiziell gegründet wurde Fairtrade India im November 2012. Kurze Zeit später wurde Abhishek Jani zum neuen Geschäftsführer ernannt. Er stellte sich der Herausforderung, die Bekanntheit der Fairtrade-Marke in Indien zu steigern. Im Gegensatz zu europäischen Ländern wie Großbritannien oder Deutschland, wusste mit den Siegel in Indien kaum jemand etwas anzufangen. Und ohne die Bedeutung zu kennen, sucht eben auch kein Konsument im Supermarkt danach. Auch das Marketing bedarf besonderen Botschaften: messages wie „ Wir reduzieren Armut!“ oder „Wir helfen den Erzeugern in der Dritten Welt!“ wirken in Indien nicht besonders überzeugend, schließlich ist die Armut dort allgegenwärtig. Es ist jedoch gelungen, mit der Marke den Nationalstolz der Inder anzusprechen, tut man doch mit dem Kauf dem eigenen Land etwas Gutes. Auch an das Gerechtigkeitsgefühl der Konsumenten wurde appelliert.

Momentan sind 121.400 Landwirte und Arbeiter Teil des Fairtrade-Netzwerks in Indien. Diese werden von 72 Organisationen beschäftigt. Wenngleich die Geschichte der indischen Fairtrade-Bewegung noch vergleichsweise jung ist, haben die traditionell hergestellten Produkte tiefe Wurzeln. Neben Lebensmitteln wie Kaffee, Tee, Schokolade, Nüssen, Reis, Brotaufstrichen und Gewürzen ist Indien bekannt für die Herstellung hochwertiger Textilien, darunter Kleidung, Schals und Taschen, sowie Schmuck, Wohnaccessoires und Baumwolle.

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