Indien ist gemäß seiner Verfassung von 1950 eine parlamentarische Demokratie, die sich auf die Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative stützt. Mit rund 1,2 Milliarden Einwohnern ist Indien die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt.

Legislative

Das indische Parlament ist die gesetzgebende Kraft und besteht aus dem Abgeordnetenhaus (Lok Sabha, Unterhaus), der Länderkammer (Rajya Sabha, Oberhaus) und dem Präsidenten.

Die Lok Sabha besteht aus 545 Abgeordneten mit einer Legislaturperiode von fünf Jahren. Die Anzahl an Abgeordneten entscheidet sich abhängig von der Bevölkerungszahl des jeweiligen Bundesstaats. Die Abstimmung erfolgt nach dem Prinzip des Mehrheitswahlrechts, wobei jeder Staatsbürger nach Vollendung des 18. Lebensjahres wahlberechtigt ist.
Die Funktion der Lok Sabha liegt in der Bewilligung des Haushaltes und sie hat die Möglichkeit einen Misstrauensantrag an die Regierung zu stellen.

Die Rajya Sabha besteht aus 245 Mitgliedern, die von den Parlamenten der Bundesstaaten gewählt werden. Die Legislaturperiode beträgt sechs Jahre. Im Unterschied zum Unterhaus, kann das Oberhaus nicht aufgelöst werden. Die Rajya Sabha ist am Gesetzgebungsprozess beteiligt, hat jedoch weniger Kompetenzen als die Lok Sabha.

Exekutive

Staatsoberhaupt ist der Präsident, der von einem Gremium auf fünf Jahre gewählt wird, welches sich aus Abgeordneten beider Kammern sowie der Länderparlamente zusammensetzt. Seit 2012 hat Pranab Mukherjee das Amt inne. Der Präsident hat zahlreiche Befugnisse. So ernennt er beispielsweise den Premierminister, kann Landesregierungen entlassen und in „unregierbaren“ Bundesstaaten den Ausnahmezustand verhängen, um diese dann selbst zu regieren. Dennoch ist das Amt eher zeremoniell und repräsentativ geprägt, da die meisten politischen Kompetenzen beim Premierminister liegen.

Der Premierminister ist normalerweise der Spitzenkandidat der stärksten Parteien in der Lok Sabha. Er wird von der Lok Sabha auf fünf Jahre gewählt und kann ebenso wie der Präsident wiedergewählt werden. Der Premierminister und Ministerrat führen die Regierungsgeschäfte. Außerdem erteilt der Premierminister dem Präsidenten in bestimmten politischen Situationen einen entsprechenden „Rat“, der in der Regel befolgt wird. Des Weiteren kann er die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen beim Präsidenten beantragen, wenn die Partei die Mehrheit in der Lok Sabha verliert. Seit 2014 ist Narendra Modi Premierminister Indiens.

Judikative

Die Gerichtsbarkeit Indiens ist stark von der britischen Kolonialherrschaft beeinflusst worden. Dennoch orientieren sich Teile der Familien- und Erbrechte an den Traditionen der jeweiligen Religionsgemeinschaft, was ungewöhnlich für das säkulare Indien ist. Oberster Gerichtshof des Landes ist der Surpreme Court in Neu-Delhi mit 26 Richtern, die vom Präsidenten ernannt werden. Der Oberste Gerichtshof schützt die Verfassung, die auch von parlamentarischen Mehrheiten nicht verändert werden darf. Die höchste Instanz in den Bundesstaaten bilden die High Courts.

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