In Indien gibt es eine Vielzahl verschiedener Religionen, die sich wie folgt verteilen: 80,5 Prozent Hindus, 13,4 Prozent Moslems, 2,3 Prozent Christen, 1,9 Prozent Sikhs, 0,8 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas und 0,6 Prozent andere (Quelle: Census of India 2001).

Hinduismus

Der Hinduismus vereint viele verschiedene Glaubensströmungen. Er ist nicht nur eine Religion sondern auch eine Philosophie und Lebensart. Hindus glauben an mehrere Götter, wobei Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva (Zerstörer) im Zentrum stehen. Der Hinduismus lehrt die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, also den ewigen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt und der letztendlichen Erlösung von allem Leiden. Es gibt im Hinduismus drei Hauptwege zur letzten Vereinigung der Seele des Einzelnen mit dem alles durchdringenden Geist.

Islam

Indien ist nach Indonesien und Pakistan das Land mit der drittgrößten islamischen Gemeinschaft. Bereits im siebten Jahrhundert brachten arabische Händler den Islam nach Indien. Die wichtigste textliche Grundlage des Islam ist der Koran, der als das dem Propheten Mohammed offenbarte Wort Gottes gilt. Die zweite Grundlage bilden die Berichte (Hadithe) über die Verhaltensweise Mohammeds, der als der „Gesandte Gottes“ Vorbildcharakter für alle Muslime hat. In diesen Berichten werden die fünf Säulen des Islams aufgeführt: Islamisches Glaubensbekenntnis, Pflichtgebet, Armengabe, Fasten im Ramadan und Pilgerfahrt nach Mekka.

Christentum

Die ersten christlichen Gemeinden in Indien entstanden mit den Thomaschristen ab 53 n. Chr., doch die römisch-katholische Kirche gelangte erst im 16. Jahrhundert nach Indien. Der Glaube basiert auf der Bibel und den Predigten Jesus’ von Nazareth. Die meisten Christen glauben an einen Gott als eine Dreifaltigkeit, also eine Wesenseinheit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Sikhismus (Sikh-Religion)

Die Sikh-Religion begründet sich auf den Wanderprediger Guru Nanak und entstand im 15. Jahrhundert in Nord-Indien. Die Sikh-Religion betont die Einheit der Schöpfung und verehrt einen gestaltlosen Schöpfergott. Sie hat das Ziel, religiöse Weisheiten für den Alltag gebräuchlich zu machen und betont vor allem die Einheit Gottes und Brüderlichkeit unter den Menschen.

Buddhismus

Etwa im fünften Jahrhundert v. Chr. entstand der Buddhismus in Indien. Buddha ist ein Ehrentitel, der sich auf das Erlebnis des Bodhi („Erwachen“) bezieht. Gemeint ist damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundtatsachen allen Lebens, aus der sich die Überwindung des leidhaften Daseins ergibt. Dazu werden die Lehren des historischen (ersten) Buddha befolgt, vor allem das Prinzip dem „Mittleren Weg“ zu folgen, also Extreme zu vermeiden.

Jainismus

Der Jainismus entstand im fünften oder sechsten Jahrhundert v. Chr. in Indien und noch heute leben etwa 4,2 der 4,4 Millionen Gläubigen in Indien. Gründer der Religion ist Mahavira. Der Jainismus unterteilt sich in zwei Gruppen: die Weißgekleideten (Shvetambaras) und die Luftgekleideten (Digambaras), welche gar keine Kleidung tragen. Ziel eines jeden Gläubigen ist es, durch Enthaltsamkeit, Meditation, Selbstdisziplin und auch durch Askese dem Kreis der Wiedergeburten zu entkommen und ins Nirvana einzugehen.

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