Frühgeschichte

Frühe Hochkulturen wie die Industal-Zivilisation und die vedische Zeit (1500 bis 500 v. Chr.) prägten die Grundlagen der heutigen Religionen und Kultur. So entwickelten sich u.a. die Grundvorstellungen des Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Arabische Eroberungszüge im 8. Jahrhundert brachten den Islam nach Indien. Ab dem 12. Jahrhundert kam es zur Dominanz islamischer Staaten im Norden des Subkontinents, die jedoch im 14. Jahrhundert abgeschwächt wurde. Erst die Gründung des Mogulreiches im 16. Jahrhundert festigten diese Dominanz wieder für die nächsten knapp 200 Jahre, während denen es nur im Süden Indiens hinduistische Königtümer gab.

Europäische Kolonialherrschaft und Unabhängigkeitsbewegung

Ab 1756 unterwarf die British East India Company weite Teile Indiens. Nach Aufständen im 19. Jahrhundert wurde diese aufgelöst und Indien der direkten Kontrolle Großbritanniens unterstellt. 1885 bildete sich die Kongresspartei (Indian National Congress), die vor allem durch Hindus und Parsen geprägt war und politische Mitspracherechte für die einheimische Bevölkerung förderte. Die muslimische Oberschicht bildete 1906 die Muslimliga zur Vertretung ihrer Interessen. Nach dem Ersten Weltkrieg und der britischen Beteiligung an der Aufteilung des Osmanischen Reiches schlossen sich auch viele Muslime aus Verärgerung der Unabhängigkeitsbewegung an. Die Widerstandsbewegung unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru kämpfte gewaltfrei gegen die britische Kolonialherrschaft und Indien erlangte 1947 die Unabhängigkeit. Außerdem wurde Indien in die säkulare Indische Union und die Islamische Republik Pakistan geteilt.

Teilung und Entwicklung seit der Unabhängigkeit

Diese Teilung führte dazu, dass etwa zehn Millionen Hindus und Sikhs aus Pakistan sowie sieben Millionen Moslems aus Indien vertrieben wurden. Dabei kamen zwischen 750.000 und einer Millionen Menschen ums Leben. Während die meisten Regionen sich schon zu der einen oder anderen Seite bekannt hatten, kam es in den Regionen Hyderabad und Kaschmir zu Konflikten. Hyderabad wurde durch indische Truppen zu Fall gebracht. Kaschmirs später Eintritt in die Indische Union wurde von Pakistan als unrechtmäßig gesehen, was zum bis heute andauernden Kaschmir-Konflikt führte und über die nächsten 50 Jahre insgesamt drei Kriege verursachte.

1950 trat die Verfassung in Kraft und machte Indien offiziell zur Republik. Bis in die 1970er Jahre regierte die Kongresspartei (bis 1964 unter Nehru als Premierminister). Nehrus Tochter Indira Gandhi wurde 1966 zur Premierministerin ernannt und erstmals organisierte sich die Opposition auf bundesweiter Ebene. Nach Streitigkeiten um die Legitimität von Indira Gandhis Wahlergebnissen regierte diese per Dekret, was zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung führte und ihre Abwahl 1977 zur Folge hatte. Erstmals bildete die Opposition die Regierung. Allerdings wurde Indira Gandhi 1980 wiedergewählt. 1984 wurde sie von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet, nachdem sie einen Tempel hatte stürmen lassen, in dem sich sikhistische Separatisten verschanzt hatten. Ihr Sohn Rajiv Gandhi konnte die geplanten Reformbewegungen nicht umsetzten und musste wegen eines Korruptionsskandals zurücktreten. Nach zwei Jahren kam die Kongresspartei jedoch erneut an die Macht und setzte unter P. V. Narasimha Rao die wirtschaftliche und außenpolitische Liberalisierung Indiens in Gang.

Die rechtskonservative Partei BJP regierte von 1998 bis 2004, eher wiederum die Kongresspartei, diesmal unter Manmohan Singh, an die Macht kam. Seit 2014 ist Narendra Modi von der BJP an der Macht.

Konflikte zwischen Hindus und Moslems prägen weiterhin die jüngste Geschichte Indiens, auch wenn in den letzten Jahren zwischen Pakistan und Indien leichte Annäherungen zu erkennen sind.

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