Indien erlebt derzeit eine der schlimmsten Dürreperioden seit Jahrzehnten. 10 von 29 indischen Bundesstaaten, insgesamt rund 330 Millionen Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu trinkbarem Wasser. Schuld sind vor allem die extremen Temperaturen, die in diesem Jahr in weiten Teilen des Landes auf bis zu 45 Grad angestiegen sind. Verschiedene Meterologen warnen sogar, der Sommer 2019 könnte einer der schlimmsten seit Indiens Unabhängigkeit (1947) werden. Grund genug für das zweit bevölkerungsreichste Land der Erde endlich konkrete Gegenmaßnahmen zu starten.

Das Klima wandeln

Dass unsere andauernde Umweltverschmutzung durch den Außstoß von CO2 in die Erdatmosphäre nicht folgenlos bleibt, lässt sich in Anbetracht laufender Forschung zum Phänomen „Klimawandel“ kaum mehr leugnen. Seit Jahren bekommen wir immer wieder die drastischen Folgen der Erderwärmung zu spüren. Auch Indien leidet stetig an extremen Wetterbedingungen, die nicht nur die Natur, sondern vor allem die Menschen des Landes belasten.

Dabei ist Indiens eigene Rolle innerhalb des Klimawandels über die letzten Jahre hinweg nicht unwesentlich gewesen. So zählt das Land eigentlich als einer der größten Klimaschädlinge weltweit und ist für rund 7% aller weltweit ausgestossenen Treibhausgase verantwortlich. Zeitweise galt die enorme und extrem schnell wachsende Kohleindustrie Indiens sogar als echtes Risiko für den Planeten. Starke Überschwemmungen und enorme Dürreperioden sind für das Milliarden-Land keine Seltenheit. Auch in Sachen Luftverschmutzung hat New-Dehli vor kurzem Peking als Hauptstadt mit der dreckigsten Luft abgelöst.

Photo by Ryan Searle on Unsplash

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Doch genau das soll sich jetzt ändern: Mit dem Umstieg von Kohlekraft auf erneuerbare Energien hat Indien dem Klimawandel nun den Kampf angesagt. Innerhalb eines Riesenprojekts, das vor allem auf großen Sponsorings beruht, ist Indiens Regierung auf dem Ökostromvormarsch. Wo die USA aus dem Pariser Klimavertrag austreten möchte und Deutschland einen Kohleausstieg erst bis zum Jahr 2030 plant, hat Indien nun den Bau weiterer Kohlekraftwerke abgesagt und in der Stadt Kerala den ersten Flughafen der Welt eröffnet, der rein mit Solarenergie betrieben wird.

Auch ingesamt ist die Förderung nachhaltiger Stromerzeugung eines der Hauptziele Indiens für die Zukunft. Wie nie zuvor wird derzeit in Wind und Solarenergie investiert. In schätzungsweise drei Jahren soll sich die Stormerzeugniskapazität aus regenerativen Quelle mehr als verdoppeln. Hinsichtlich des Pariser Klimavertrags würde Indien damit sogar vor Ablauf der Frist seine gesteckten Ziele erreichen.

Auch wenn Indien mit seinem Klima-Kurs das eigene wirtschaftliche Wachstum nicht einschränken will, kann es mit den derzeitigen Maßnahmen dennoch eine Menge bewegen. So würde die Reduktion des CO2 Austoßes durch Indien – da ist sich Wissenschaft einig – maßgeblich darüber entscheiden wie es mit der Zukunft unserer Erde weiter geht. Natürlich kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand genau sagen wie erfolgreich das Vorhaben wirklich umgesetzt werden kann. Aber allein die Tatsache, dass eine Nation mit 1,3 Milliarden Einwohnern in der Lage ist große Teile der Stromversorgung durch nachhaltige Erzeugungsmethoden abzudecken, ist – speziell für andere Länder – ein besonders positives Zeichen und definitiv ein Schritt in die richtige Richtung!