Die USA und Russland, die ersten Nationen im Weltall, sparen inzwischen im Bereich Raumfahrt – dafür werden die neueren Akteure in dem Feld immer wichtiger und feiern erste große Erfolge. Unter ihnen ist nicht nur China, das laut Experten nur noch einen Rückstand von etwa zehn Jahren auf die USA hat, sondern auch Indien. 2008 entsandte es eine Mission zum Mond, 2014 als erstes asiatisches Land eine Mission zum Mars. Beide Missionen waren noch unbemannt – die ersten Menschen sollen in fünf bis sechs Jahren aus Indien ins All befördert werden. Außerdem bekommen die weltweiten Navigationssysteme GPS (USA) und Glonass (Russland) indische Konkurrenz – im April des vergangenen Jahres wurde der letzte von sieben Satelliten dafür in die Erdumlaufbahn gebracht. Bis die Inder das IRNSS-System nutzen können, wird jedoch noch etwa ein Jahr vergehen. Einen etwas handlicheren Namen gibt es jedoch bereits: Premierminister Narendra Modi gab bekannt, dass das Programm den Namen NAVIC (Navigation with Indian Constellation) tragen soll.

Im Juni vergangenen Jahres hatte die indische Raumfahrtbehörde ISRO einen persönlichen Rekord bekannt gegeben: 20 Satelliten wurden von einer einzigen PSLV-Trägerrakete vom südindischen Raketenstartplatz SHAR aus ins All befördert. Indien bestätigt damit seine Stellung in der kommerziellen Raumfahrt und wird als Anbieter für solche Dienste interessanter, denn der Großteil der Satelliten stammte von anderen Staaten und Unternehmen, so auch der deutsche Kleinsatellit BIROS. Satelliten dieser Art dienen etwa Zwecken wie der schnelleren Lokalisierung von Waldbränden.

Ebenfalls 2016 hat ein Modell des wiederverwendbaren Raumfahrzeugs RLV-TD einen ersten erfolgreichen Testflug hinter sich gebracht. Dieses soll dann in 10 bis 15 Jahren voll einsatzbereit sein und die Ausgaben für Satellitenstarts auf ein Zehntel minimieren.