MUMBAI: Der bekannte Schriftsteller und Dramatiker Kiran Nagarkar ist gestorben. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Gottes kleiner Krieger“, „Krishnas Schatten“ und „Ravan und Eddie“. Nagarkar verstarb am Donnerstagabend nach langer Krankheit an den Folgen einer Hirnblutung.

In „Gottes kleiner Krieger“ schreibt Nagarkar über religiöse Fundamentalisten. Der Roman erörtert wie Glaubensgewissheiten mit Glaubenszweifeln kollidieren. Zia Khan, ein junger Inder aus einer liberalen muslimischen Familie, reist aus den engen Gassen Mumbais in die Bibliotheken von Cambridge, vom Terroristenlager in den Bergen Afghanistans bis in ein Kloster in Kalifornien. Im Roman „Ravan und Eddie“ erzählt der Autor die Geschichte zweier Jungen, eines Katholiken und eines Hindus, und ihrer Abenteuer in den Chawls von Mumbai (ein „chawl“ ist eine Art Mietshaus auf engem Raum für die untere Mittelschicht und Unterschicht).

Im Roman „Krishnas Schatten“ erzählt er eine verrückte Liebesgeschichte zwischen einem Gott, einem eifersüchtigen Prinzen und seiner Prinzessin. Die Geschichte spielt in Indien zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Dort feiern der Kronprinz von Chittor und die Prinzessin Mirabai ihre Hochzeit, doch schon in der Hochzeitsnacht verweigert sich Mirabai ihrem Ehemann, weil sie schon vergeben ist, und zwar an den Gott Krishna.

Der jüngste Roman Nagarkar erschien „The Arsonist“ am 30. Juni 2019.

Nagarkar galt als begabter Schriftsteller, der uns vor dem verführerisch gefährlichen Weg des Fundamentalismus warnte. Er setzte sich für Menschen mit wenigen Mitteln ein – zum Beispiel in einer Kampagne zur Rettung öffentlicher Busse in Mumbai – und beschäftigte sich mit den Mythen und der Geschichte Indiens.