Das farbenfrohe Holi-Festival erfreut sich schon länger in vielen Städten Deutschlands großer Beliebtheit. Doch wie entstand diese Tradition?

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Der Name Holi (Hindi, f., होली, holī) ist der hinduistischen Überlieferung nach ein Frühlingsfest, welches am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun (Februar/März) stattfindet. Es dauert in der Regel zwei Tage, in manchen Gegenden Indiens jedoch bis zu zehn Tage. Jedoch heißt es lediglich in Nordindien und Nepal Holi. In Südindien ist es als Kamadahana bekannt, in Maharashtra als Shimga und in Goa kennt man es als Shigmo. In Madhya Pradesh ist es als Phaga geläufig und als Dol Yatra in Westbengalen und Oriya. Als eines der ältesten Feste Indiens können die Abläufe je nach Austragungsort zudem variieren.

Die Tradition des Holi-Festivals ist eng mit dem Leben Krishnas verbunden. Kein Wunder, dass es vor allem in Städten, die mit Krishnas Geburt und Kindheit in Verbindung stehen (Mathura, Vrindavan, Barsana and Nandgaon) besonders enthusiastisch gefeiert wird. Am ersten Tag verbrennt man eine Strohpuppe, welche die Dämonin Holika verkörpern soll. Der zweite Tage des Festivals findet exakt fünf Tage nach Vollmond statt und wird als Rangapanchami (Ranga = Farbe; Pancami = der 5. Iunare Tag) bezeichnet. Die Farbe symbolisiert die unsterbliche Liebe zwischen Lord Krishna und Radha, der Göttin der Hingabe.

Das Farbfestival besitzt mehrere Bedeutungen. Mythologisch vermittelt es den Sieg des Guten über das Böse (Verbrennung der Dämonin Holika). Aus der Sicht des Naturreiches siegt der Frühling über den Winter. Im gesellschaftlichen Sinn steht die Beilegung von Streitereien im Vordergrund. Doch auch der Konsum des Rauschmittels Bhang während des Festivals besitzt eine Bedeutung und steht für die Aufnahme des Holi-Spirits. Dieser Brauch ist jedoch nicht in allen Gegenden Indiens üblich.

Wann das nächste Holi-Festival in deiner Nähe stattfindet, erfährst du in unserem Eventkalender.