Studenten, Politiker, Hausfrauen, Arbeiter – Inder aus allen Bevölkerungsschichten trafen sich mit Baumsetzlingen in der Hand im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Indiens Uttar Pradesh. Ihr gemeinsames Ziel? Ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen und ein Versprechen aufrecht zu erhalten.  

Indien hat im Rahmen der Paris Climate Change Conference versprochen, ein Drittel ihres Landes mit Wald zu bedecken. Das ist bei einer sich immer schneller entwickelnden Industrie und einem stetig wachsenden Bevölkerungsanteil und 1,3 Milliarden Einwohnern durchaus schwierig zu gestalten.  

Indien hielt bereits den Weltrekord mit 66 Millionen neu gesetzten Bäumen in zwölf Stunden. Jetzt steigerten sie sich die Inder noch einmal, um die Klimaforderungen einzuhalten. Es wurden 220 Millionen Bäume innerhalb eines Tages neben Straßen, Eisenbahnschienen und auf Forstflächen gepflanzt. Bis 2030 sollen 29 Prozent von Indien bewaldet sein. 

In einer Studie der ETH Zürich von Anfang Juli wurde behauptet, dass durch eine globale Aufforstung zwei Drittel des in der Luft erhaltenen CO2 durch Photosynthese in den Bäumen gebunden werden könnten. Das Pflanzen von Bäumen sei also die günstigste und effektivste Methode, sich der globalen Erwärmung entgegen zu stellen. 

Doch nicht nur Indien setzt auf viele neue Bäume. In Äthiopien, das nur noch zu 4% mit Wald bedeckt war, gab es neulich eine ähnliche Aktion, wo im Laufe eines Tages sogar 345 Millionen Bäume gepflanzt worden seien. Wenn diese Zahl stimmt, hält das afrikanische Land nun den neuen Weltrekord.   

Dennoch bleibt Indien wohl einer der Vorreiter solcher Umweltschutzmaßnahmen und legt seinen Fokus zurzeit auf die Aufforstung als wesentliches Element der landeseigenen Klimapolitik. “Die Welt hat erkannt, dass ernsthafte Anstrengungen erforderlich sind, um die Auswirkungen des globalen Klimawandels zu verringern. Uttar Pradesh hat in dieser Hinsicht einen Anfang gemacht“, so Akhilesh Yadav, Premierminister des Bundesstaats.  

Gerade Anfang des Jahres wurden in Indiens Hauptstadt Neu Delhi alle Arten von Einwegplastik verboten. Indien zählt aber zu den Ländern, die am meisten Treibhausgase produzieren. Von daher ist dieses Engagement Indiens gegen den Klimawandel nicht nur vorbildlich, sondern auch nötig.