Am 5. Februar tritt die Fusion-Band Afro Celt Sound System beim SulaFest in Nashik auf. Ihr Name ist Programm: die Band macht Musik, die Electro mit traditionellen Einflüssen aus Westafrika und Indien sowie irischem Folk verbindet. Die Band, die in Großbritannien gegründet wurde, aber deswegen noch lange nicht als britische Band bezeichnet werden kann, ist erfahren in Sachen Festivals: entstanden in den frühen 90er Jahren bei der Real World Recording Week, spielte sie bereits auf WOMAD Festivals in der ganzen Welt.

Die Idee zum Kollektiv entstand, als der Brite Simon Emmerson mit dem afrikanischen Sänger und Gitarristen Baaba Maal kollaborierte und ihm einige interessante Parallelen in den musikalischen Traditionen ihrer Heimatländer auffielen. Natürlich waren nicht alle von Anfang an begeistert, erinnert sich Emmerson: „Alle waren sehr skeptisch, als wir angefangen haben. Wir haben uns von einem ziemlich exzentrischen Konzept vor 20 Jahren zu etwas entwickelt, das jeder versteht; ich denke, das ist ein Beweis dafür, wie unverwüstlich Musik ist.“ Die Liebe zur Musik, die aus diesen Worten spricht, merkt man jedem einzelnen Mitglied des Kollektivs auch bei ihren energiegeladenen Auftritten an.

Einer von ihnen ist Johnny Kalsi, der britisch-indische Dhol-Spieler, der bei den Liveauftritten von Afro Celt Sound System im Turban über die Bühne hüpft. Seine Familiengeschichte prädestiniert ihn geradezu zur Mitgliedschaft in dieser Multikulti-Band: sein Großvater siedelte von Indien nach Kenia um, seine Eltern zogen dann von dort nach Leeds, wo Kalsi geboren wurde. Als Kind lernte er dann Tabla und Dhol spielen und schloss in späteren Jahren durch seine Tourneen Freundschaft mit Bollywood-Komponisten wie Adnan Sami und Salim-Sulaiman. Der einzige Kontakt seiner Karriere mit Bollywood war jedoch weniger erfreulich: laut Kalsi wurde ein Song des Kollektivs, „Éireann“, von Sandeep Chowta für den Film „Pyaar Tune Kya Kiya“ „schamlos kopiert“. Dies wird jedoch wohl keinen Einfluss auf die Tournee der Band haben: „Wir haben versucht, uns darüber zu beschweren, aber nichts ist passiert. Ich denke auf Tour werden wir einfach unser Lied spielen und unserer Musik das reden überlassen.“