Will man die Geschichte Indiens erzählen, kommt man um einen Menschen nicht herum: Mahatma Gandhi. Der von seinen Landsleuten liebevoll als ‚Vater der Nation‘ bezeichnete Freiheitskämpfer hat sich zeitlebens für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt und sich dadurch einen festen Platz in den Herzen der Menschen und im kollektiven Gedächtnis der gesamten Menschheit gesichert. Am heutigen Tage jährt sich sein Todestag zum 69. Mal  – ein idealer Anlass, um auf sein außergewöhnliches und ereignisreiches Leben zurückzublicken.

Mohandas Karamchand Gandhi wurde am 2.Oktober 1869 im indischen Porbandar als jüngster Sohn einer zur Oberschicht gehörenden Familie geboren. Nachdem er seine Schulausbildung in Indien abgeschlossen hatte, ging er nach London, um Jura zu studieren. Zu dieser Zeit begann sich der junge Mann mit unterschiedlichen Religionen und verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen auseinanderzusetzen – ein Selbststudium, das sein späteres Verhalten nachhaltig prägen würde. Nachdem er sein Studium als Barrister abgeschlossen hatte, kehrte er nach Indien zurück und arbeitete einige Jahre recht erfolglos als Rechtsanwalt.

1893 brach dann ein neues Kapitel in seinem Leben an, denn der 24-jährige Gandhi wurde von seiner Familie nach Südafrika geschickt, um sich einem Rechtsfall eines Freundes der Familie anzunehmen. Hier sah er sich aufgrund seiner ausländischen Herkunft mit Ablehnung und sogar körperlicher Gewalt konfrontiert und kämpfte fortan gegen Diskriminierung und Rassentrennung.

1914 kehrte Gandhi nach mehreren kurzen Besuchen in der Heimat, wieder endgültig nach Indien zurück, begann sich politisch zu engagieren, setzte sich für die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Kolonialmacht ein und wurde in diesem Zusammenhang zum politischen und geistigen Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und zum Leitbild des gewaltlosen Widerstands, den er durch Aktionen wie den in die Geschichte eingegangenen Salzmarsch oder seinen aufopfernden Hungerstreik aufrecht erhielt.

Zudem setzte sich der Revolutionär Gandhi immer wieder für Gleichberechtigung, Toleranz, die Rechte von Frauen und eine Versöhnung von Hindus und Muslimen ein. Durch sein Engagement und sein selbstloses Verhalten begab sich Gandhi immer wieder in Gefahr, nahm lange Gefängnisstrafen auf sich und stellte das Wohl der Menschheit immer wieder über das eigene, weshalb er auch mehrere Male für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.

Heute vor genau 69 Jahren wurde Gandhi dann Opfer eines Attentats, denn am 30.Januar 1948 wurde er bei einer friedlichen Gebetsversammlung von Nationalist Nathuram Godse angeschossen und tödlich verletzt. Der Todestag Gandhis ist in Indien seither zu einem einprägsamen Datum geworden, an dem man dem Freiheitskämpfer und seinen Taten gedenkt. Daher haben Präsident Pranab Mukherjee, Vizepräsident Hamid Ansari und Premierminister Narendra Modi heute bereits inne gehalten und das indische Volk an ihren einstigen Helden erinnert, denn obwohl Mahatma Gandhi schon lange tot ist, lebt seine Vision von einer besseren Welt fort. Durch seinen unermüdlichen Kampf für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hat sich Mahatma Gandhi also zweifellos unsterblich gemacht.